CMD – Funktionsdiagnostik & Funktionstherapie
Störungen im Zusammenspiel von Kiefergelenken, Kaumuskulatur und Zähnen werden als craniomandibuläre Dysfunktion (CMD) bezeichnet. Sie können sich nicht nur im Bereich des Kiefers äußern, sondern auch Auswirkungen auf andere Körperregionen haben. Typisch sind Verspannungen, Schmerzen oder Bewegungseinschränkungen, die die Lebensqualität deutlich beeinflussen können. Durch eine gezielte Funktionsdiagnostik und Funktionstherapie werden die jeweiligen Beschwerden behandelt. Ziel ist eine entspannte Muskulatur, eine regelrechte Position der Kiefergelenke und ein störungsfreier Zusammenbiss der Zähne.
Ursache einer CMD
Die Gründe für eine Funktionsstörung des Kausystems sind vielfältig. Häufige Auslöser sind:
- Zähneknirschen oder Pressen (meist nachts),
- Fehlstellungen einzelner Zähne oder des gesamten Kiefers,
- nicht optimal sitzender Zahnersatz,
- Spätfolgen kieferorthopädischer Behandlungen,
- Stress und psychische Belastungen.
Oft wirken mehrere Faktoren gleichzeitig zusammen. Ziel der Diagnostik ist es daher, die individuellen Ursachen möglichst präzise zu erfassen.
Typische Beschwerden
Eine CMD kann Beschwerden im Kieferbereich selbst, aber auch in angrenzenden Strukturen hervorrufen. Häufige Symptome sind:
- Kiefergelenkschmerzen, Knacken oder Reibegeräusche,
- eingeschränkte Mundöffnung oder Schmerzen beim Kauen,
- Kopf- und Nackenschmerzen, Migräne,
- Verspannungen in Schulter- und Rückenbereich,
- Rückenschmerzen, Beckenschiefstand, Bandscheibenprobleme,
- Gelenkbeschwerden,
- Ohrgeräusche (Tinnitus), Schwindel oder Druckgefühle im Ohr,
- Zahnschmerzen, Zahnfleischrückgang oder erhöhter Zahnabrieb.
Nicht immer sind alle Symptome gleichzeitig vorhanden. Manchmal treten sie über einen längeren Zeitraum hinweg in wechselnder Intensität auf.
Statistiken zur CMD
Etwa 20 Prozent der erwachsenen Bevölkerung in Deutschland sind im Laufe ihres Lebens von einer CMD betroffen. Frauen erkranken dabei deutlich häufiger. Die gute Nachricht: In rund 85 Prozent der Fälle können die Beschwerden durch eine geeignete Behandlung spürbar reduziert oder sogar vollständig behoben werden.
CMD – Behandlungsablauf
Umfassende Diagnostik erstellen.
Therapieplanung und Behandlung einleiten.
Bei Bedarf mit anderen Spezialisten kooperieren.
Vorgehen in unserer Zahnarztpraxis in Hamburg-Bergedorf
Manuelle Funktionsanalyse
Nach einer ausführlichen Anamnese wird die Beweglichkeit des Kiefers überprüft. Dabei achten wir auf Fehlkontakte zwischen den Zähnen, Abweichungen in der Kieferbewegung und Auffälligkeiten in der Muskulatur.
Instrumentelle Funktionsanalyse
Zur Ergänzung werden Modelle von Ober- und Unterkiefer in einem Artikulator eingesetzt. So lassen sich die Kontaktverhältnisse der Zähne genau untersuchen und mögliche Fehlstellungen sichtbar machen.
Ganzheitliche Betrachtung
Da Beschwerden im Kausystem auch andere Bereichen des Körpers beeinflussen können, beziehen wir bei Bedarf orthopädische und physiotherapeutische Aspekte in die Untersuchung ein. So kontrollieren wir als Beispiel den Beckenstand und Zusammenhänge zwischen Kieferfehlstellung und möglichen orthopädischen Problemen.
Maßnahmen zur Entlastung – Funktionstherapie
Wenn die Ursachen bekannt sind, können gezielte Schritte zur Entlastung des Kausystems eingeleitet werden. Dazu zählen unter anderem:
- individuell angefertigte Aufbissschienen (CMD Schiene),
- physiotherapeutische Übungen zur Muskelentspannung,
- in seltenen Fällen muskelentspannende und entzündungshemmende Medikamente.
Bei ausgeprägten Veränderungen kann nach dauerhaft stabiler und schmerzfreier Gelenkposition eine Anpassung der Bisslage in Betracht gezogen werden. Welche Maßnahmen sinnvoll sind, wird individuell besprochen.
Zusammenarbeit mit Fachkollegen
In vielen Fällen ist eine interdisziplinäre Zusammenarbeit hilfreich. Wir stehen daher in engem Austausch mit Orthopäden, Physiotherapeuten, Logopäden und weiteren Fachrichtungen. So können Zusammenhänge erkannt und passende Lösungen gefunden werden.
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