Kieferorthopädie
Die Kieferorthopädie befasst sich mit der Diagnose und Korrektur von Zahn- und Kieferfehlstellungen. Solche Abweichungen betreffen nicht nur das äußere Erscheinungsbild, sondern können auch die Funktion von Kiefergelenken, Muskulatur und Zähnen beeinträchtigen. Ein frühzeitiges Vorgehen kann Beschwerden vorbeugen, bestehende Einschränkungen lindern und die Mundgesundheit langfristig sichern.
Bedeutung der Kieferorthopädie
Fehlstellungen im Zahn- und Kieferbereich sind häufig. Neben ästhetischen Aspekten können sie unterschiedliche funktionelle Folgen haben:
- eingeschränkte Kaufunktion,
- erhöhte Anfälligkeit für Karies und Zahnfleischentzündungen durch erschwerte Reinigung,
- ungleichmäßige Belastung von Zähnen und Kiefergelenken,
- Sprach- oder Schluckstörungen,
- Austrocknung der Mundschleimhaut, wenn der Mund nicht vollständig geschlossen werden kann.
Durch gezielte kieferorthopädische Maßnahmen lassen sich diese Risiken deutlich reduzieren.
Kieferorthopädische Möglichkeiten in jedem Alter
Kieferorthopädische Korrekturen sind in nahezu jedem Lebensalter möglich. Während bei Kindern und Jugendlichen das Wachstum genutzt werden kann, stehen Erwachsenen verschiedene unauffällige Methoden zur Verfügung, die sich in den Alltag integrieren lassen.
Frühbehandlungen
Im Milch- oder Wechselgebiss können einfache Maßnahmen die Entwicklung positiv beeinflussen. So kann zum Beispiel ein Kreuzbiss frühzeitig korrigiert werden, wodurch spätere aufwendige Behandlungen vermieden oder erleichtert werden.
Herausnehmbare Zahnspangen
Lose Spangen kommen vor allem bei Kindern zum Einsatz, um leichtere Fehlstellungen zu korrigieren oder die Voraussetzungen für eine spätere feste Spange zu schaffen.
Bionator
Der Bionator ist ein funktionskieferorthopädisches Gerät, das körpereigene Kräfte nutzt, um Bisslagen zu verbessern. Seine Anwendung ist besonders während der Wachstumsphase sinnvoll.
Aligner (Invisalign®)
Transparente Kunststoffschienen sind eine diskrete Möglichkeit zur Korrektur von Engständen, Lücken oder Zahnrotationen. Die Schienen werden in festgelegten Intervallen gewechselt und bewegen die Zähne Schritt für Schritt innerhalb von 6 bis 12 Monaten in die gewünschte Position. Sie sind nahezu unsichtbar und können zum Essen oder zur Zahnpflege herausgenommen werden.
Ablauf der Behandlung
Diagnose
Untersuchung, Abdrücke, Röntgenaufnahmen und Analyse der Kiefer- und Zahnstellung.
Planung
Auswahl der geeigneten Methode in Abstimmung mit Alter, Befund und persönlichen Bedürfnissen.
Aktive Korrekturphase
Einsatz der gewählten Apparatur (z. B. Spange oder Schienen) und regelmäßige Kontrollen.
Stabilisierung
Nach Abschluss der aktiven Phase ist eine Retentionsphase notwendig, um die erreichte Zahnstellung dauerhaft zu sichern.
Interdisziplinäre Zusammenarbeit
Bei komplexen Befunden ist eine Zusammenarbeit mit anderen Fachzahnärzten aus unserem interdisziplinären Netzwerk sinnvoll. So lassen sich individuelle Begebenheiten und Beschwerden erkennen und in den Behandlungsplan einbeziehen.